G'day!
Also, mal davon abgesehen, dass hier eine nervige Fliege um mich herumschwirrt, geht es mir gerade ziemlich gut. Ich bin vor ca. einer Stunde vom Outdoor Ed. Camo zurück gekommen. Das war unglaublich cool, ich muss es alles ganz schnell aufschreiben, damit ich nichts vergesse.
Ich stand also am Mittwoch morgen mit Sack und Pack in Mufti vor der Schule, zusammen mit den 70 anderen outdoor Schülern und wir haben auf den Bus gewartet. Es fing schon mal damit an, dass Taylor, ein Schrank von einem Maori, einen riesigen Koffer (!) dabei hatte, mehr als drei Mädels zusammen und fröhlich damit den Platz für alle anderen Taschen versperrte. Matt hingegen kam mit nichts anderem, als einem kleinen Rucksack für seine Klamotten und drei Plastiktüten, vollgestopft mit Essen plus einer Kühltruhe, ebenfalls mit nichts als Nahrung darin.
Außerdem musste ich mich kurz totlachen als Jason auftauchte, mit einem riesigen Strohhut auf dem Kopf mit breiter Krempe, den er übrigends das ganze Camp nicht abnahm, nur ein mal, um in Matt aus zu leihen. :)
Wir stiegen also alle ein, eine Stunde lang die Fahrt ins Grüne. Es ist echt erstaunlich wie schnell du hier halb im Busch bist.
Angekommen am Camping Platz schleppten wir unseren Kram den Hügel rauf und bauten unsere Zelte auf, was einigem Kombinationsvermögen bedurfte. Die Aussicht war richtig gigantisch, allerdings wurden wir durchgehend von einer Kuh belästigt, die anscheinend auf dem gegenüberliegenden Hügel hauste und herum muhte... Alle fünf Minuten. Mein Nachbar Mornet beschwerte sich lauthals über den tierischen Lärm. "What is UP with that cow???"
Unsere Klasse hatte zuerst ABL (Adventure Based Learning), wir mussten also ein paar Gruppenaktivitäten machen, zum Beispiel gab es da ein Seil, was relativ hoch gespannt war und wir musste alle in der Gruppe auf die andere Seite bringen, ohne das Seil zu berühren oder unter ihm durch zu gehen. Das geht, bis halt zwei Leute über sind. Schließlich entschloss sich Taylor (besagter Maori) den Sprung zu wagen und sprang schließlich mit dem Kopf voraus halsbrecherisch auf die andere Seite, rollte sich aber gott sei dank relativ geschickt ab.
Dann sollten wir eigentlich schnorcheln gehen, aber auf der Spitze der Nordinsel bewegte sich ein tropischer Wirbelsturm, der zwar nicht herunter kam (wir hatten richtiges tolles Wetter), aber dafür hohe Wellen an die Küste warf und es auch beinahe zu gefährlich fürs Schwimmen machte.
Wir wanderten also erst mal ein paar Hügel rauf und fanden uns etwas überrascht in einem Regenwald wieder. Dort entflammte eine brennende Disskussion wessen Fehler es denn nun gewesen sei, dass Matt gegen die Wand gerannt ist (siehe vorherige Einträge). Ich habe das ganze auf Video. Ihr werdet es sehen. :D
Wir wanderten also durch die Gegend und guckten uns das Meer von oben an. Dann wanderten wir wieder herunter und sprangen kurz ins Wasser um die Hitze los zu werden. Dabei wäre ich fast gestorben... Diese verfluchten Wellen haben einen erstens unglaublich schnell raus gezogen und zweitens ständig spitzige Felsen umher geworfen, die dann unschön an meine Beine schlugen und schrecklich schmerzten. Aber es war trotzdem schön ein bisschen rum zu planschen. :)
Dann ging's zurück zum Camp und wir kochten unser Abendessen: Hamburger. Wir waren bestens ausgerüstet: Fleischpflanzerl, Burgerbrote, Tomaten, Ketchup, Mayonese, Käse,...
Am Abend kam Taylor uns besuchen, bewaffnet mit einem einschüchterden Messer, sodass jeder ihn um mindestens zehn Meter umging, wenn er wieder mal, völlig ohne Grund jemandem zu rief: "Eh! What didcha say 'bout my mama?" ;) Eigentlich brauchte er nur Hilfe von uns mit seinem Campbooklet und das Messer war für die Steaks seiner Zeltgruppe da.
Am Abend gabs ein großes Lagerfeuer samt Marshmellows, die hier irgendwie nach Erdbeeren schmecken. Als es dunkelt war und der bombastische Sternenhimmel, samt klar sichtbarer Milchstraße, zu sehen war, wurde Spotlights gespielt. Das ist wie Verstecken, nur eben im Dunklen und die Sucher haben eine Taschenlampe, mit der sie dich "fangen" müssen... Du musst versuchen zur Base zu kommen, ohne ins Licht der Sucher zu geraten. Man ist immer zu zweit unterwegs und Joe und ich waren gut dabei, als wir hinter Zelte hechten und so taten als wären wir ein Hügel, platt auf dem Boden liegend, wenn die Lichtkegel sich näherten. Leider leitete Joe uns in einen kleinen Sumpf, in den ich mich werfen musste und dann komplett nass war. Man fühlte sich echt wie Gefängnisinsassen, die asubrechen wollen und die Wärter umgehen.
Als wir auf der Wiese herumrobbten trafen wir auf eine andere Gruppe und einer beschwerte sich: "Dude, I'mma losing ma pants here!" xD
Leider verlor ich bei dieser Aktion meine Kamera, fand sie aber nach einer kurzen, verzweifelt Suchaktion wieder. Gott sei Dank. Das war echt Glück. Sie lag im hohen Gras in einem Graben. Purer Zufall dass ich da hin kam.
Danach versuchten wir uns zwischen den hohen Pflanzen zu verstecken und ich zischte allen zu: "Act like a plant! go with the wind!" und wir blieben ungesehen. ;P
Dann war es irgendwann Bedtime und wir verkrochen uns in die Zelte. Es wurde bald kalt. Sehr kalt. So heiß es tagsüber gewesen war, nachts brach die Antarktis los. Ich wachte um drei Uhr auf, bibbernd und zog alle Pullover über, die ich in der Dunkelheit finden konnte. Ich versuchte mich in meinem Schlafsack zusammen zu rollen, aber er war eng und überhaupt war es höchst unbequem auf dem Zeltboden rum zu liegen.
Um sieben Uhr morgen, als wir aufstehen musste hörte man von allen Zelten ein kollektives Klagen. "Ah! Man. Ma back. Oh my God. I'm gonna die." Meine Schultern taten unglaublich weh und ich versuchte mein Kreuz nicht all zu sehr zu belasten. Ich hüpfte in meinem Schlafsack etwas verpennt durch die Gegend und wir toasteten unsere Sandwiches zum Frühstück.
Um acht Uhr maschierte meine Klasse los, der fünf Stunden Tramp stand an... Wir gingen an der Küste entlang, sahen einen toten Pinguin :(, jede Menge Wasserfälle, Muscheln und höchst lustige Felsen. Ich ging eine Weile mit einem Typ, der mich als Amerikaner einschätzte und wir uns dann über kontaktscheue Auslandsschüler unterhielten.
Nach zwei Stunden legten wir eine Pause ein und wer schwimmen wollte, konnte gehen. Taylor, James und Brodie rannten sofort los, Ben hinterher, obwohl der gar nicht schwimmen konnte.
Auf dem Rückweg wurde es langsam zu warm und wir prusteten ganz schön, asls wir über den verdammten Sand zurück liefen.
Wieder zurück im Camp packten wir zam und dann ging's schon wieder zurück zur Schule.
Alle waren völlig fertig und schliefen im Bus, außer Davie und James, die auf der Gitarre herum klimperten und sich leise darüber unterhielten ob wohl jemand herausfinden würde, dass sie sämtliche Zeltschnüre von einem Zelt der anderen (verfeindeten) Klasse gekappt hatten.
Jep. Das war Camp. Ich fands toll und hab viele neue Leute näher kennen gelernt. Aber jetzt bin ich ganz schön fertig. Bilder seht ihr entweder auf Facebook oder via Email.
Bonna Notte!
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