What's it about?

Die kompletten Aufzeichnungen über mein Abenteuer NEUSEELAND.
Lest selbst, ich weiß auch noch nicht, wie's ausgeht! :)

Dienstag, 3. Mai 2011

Living a Backpacker's life, Part 2

Die Geschichte geht also nun weiter.
Als es dunkel war in Franz Josef machten wir uns mit Taschenlampen und warmen Jacken auf in den angrenzenden Wald, in dem es eine Höhle voll mit Glühwürmchen geben sollte. Die Wanderung durch das stockfinstere Gestrüpp war schon beeindruckend, die Bäume über uns formten eine Art Tunnel aus Ästen und Blättern zwischen denen nur ab und zu mal ein blasser Mond durch blitzte.
Leider war der Weg zur Höhle auf Grund von Überflutung gesperrt. Auf dem Rückweg allerdings ging ich gerade neben Lea her, als ein großes Viech plötzlich rasend schnell über den Pfad galopierte und im Gebüsch verschwand. Erst verhöhnte man uns und behauptete, es sei sicher ein Vogel gewesen, als plötzlich ein zweites Mal gelbliche Augen aufblitzten und uns beäugten. Wir gingen ganz vorsichtig näher und erkannten tatsächlich ein Opossum, dass im Baum hockte. Und plötzlich war da ein zweites. Wir standen völlig angewurzelt da und dachten, die beiden würden sicher bald das Weite suchen, aber sie schienen doch genau so interessiert an uns wie wir an ihnen. Ich konnte mich dem einen bis auf vielleicht zwei Meter nähern und es schnupperte erfreut, als es etwas verwirrt in das Licht meiner neuen super Taschenlampe (extra fürs Outdoor Camp gekauft. Bei sowas machen die Kiwis keine halben Sachen) blinzelte. Aber plötzlich entschied das eine, was im Baum saß, zum Angriff über zu gehen. Isch schwör's, ich konnte es "Attackeeeeeee" schreien hören, als es sich vom Baum stürzte und gerade wegs natürlich auf mich zu rannte. Ich hab echt diese Trompeten gehört, die sie in den Comics immer spielen, wenn es ein Rittertunier gibt oder sowas. Ich schreckte ziemlich zusammen und sprang gerade noch rechtzeitg zur Seite, bevor es haarscharf an mir vorbei zischte und raschelnd im Gebüsch verschwand.
Am nächsten Tag machte sich etwa die Hälfte der Gruppe zu einem "Half-Day-Glacier-Walk" auf, die anderen gingen im schwarzen Gletschersee kayaken. Übrigends. Ich dachte immer das englische Wort für Gletscher wird "Gleischer" ausgesprochen. Die sagen hier aber alle "Glasier". :)
Natascha und ich, die Geld sparen wollten, unternahmen einen einstündigen Walk bis zum Fuß des Gletschers was sich als ebenfalls ziemlich schön erwies und wir das wirklich riesige Gletschertal begutachten konnten.
Danach guckten wir uns etwas in den kleinen Shops in Franz Josef um. Ich kaufte fleißig Souvenirs und wir entdeckten einen riesigen Kiwi mit Baby-kiwi vor einem Schutz-Zentrum (Kiwis sind nämlich arg vom austerben bedroht. :( Sie werden von Hunden angeriffen und sind doch nur ganz klein und können nicht fliegen)
Am Abend kochten die Jungs, wir hatten sie nach sämtlichen Abendessen, die wir für sie gezaubert hatten, dazu verdonnert. Es gab Butter Chicken und wir guckten alle in dem Mini Fernseher im Zimmer Desperate Housewives mit den natürlich qualifizierten Kommentaren unserer männlichen Begleiter im Rücken. ;)
Am nächsten Tag ging es früh weiter in Richtung Queenstown. Der Weg ist ziemlich lang und es war eine relativ lustige und unglaublich landschaftlich spektakuläre Autofahrt. Das Meer war leuchtend blau und wir fuhren an Regenwäldern und Steilklippen vorbei.
Endlich in Queenstown angekommen waren alle unglaublich begeistert. Das ist wirklich Backpacker's City. Die Accomondation war bahnbrechend, lauter nette Leute um dich herum und die Stadt ist voll mit mehr davon. Auch wenn es sehr touristisch ist, mir hat's bestens gefallen. Es war schon Abend als wir endlich ankamenm, also wurde uns noch kurz die "Station" gezeigt, von wo aus alle Bungys und Skydives ausgehen und wir kauften unsere Tickets. Ich kaufte mein Nevis Ticket von einem Herrn, der anscheinend D-Haarf hieß. Er hatte die beeindruckensten Surfer Locken, die ich je gesehen hatte. Als wir in fragten, ob er denn den Nevis schon mal gesprungen sei, kam ein "Nein. Ich war kurz davor. Aber ich habe Höhenangst"... :D Die Station ist ein wirklich cooler Ort. Es gibt ca. zehn Computer mit freiem Internetzugang, einen Haufen an Bungy Merchandise, also T-Shirts, Pullis, Schlüsselanhänger, etc. und es laufen ständig diese Bungy Videos von sämtlichen Bungy und Swing Stätten in Queenstown. :)
Am nächsten Tag stand für ein paar der Skydive an.
Lea, Sophia und ich, die keinen geplant hatten, nahmen die Gondel um auf einen relativ hohen Berg oder Hügel in Queenstown zu fahren. Dort oben entschieden sich die beiden für einen Paragilde Flug über Queenstown. Ruck zuck ging das und die beiden starteten mit Shane und Mike ca. fünfzehn Minuten später vom Berg aus und ich guckten von oben zu.
Als sie wieder hoch gondelten erzählten sie mir begeistert  davon und wir machten ein paar hübsche Bilder und hatten unglaublich viel Spaß an zwei Luge Fahrten. Das ist so eine Art Gocart Bahn...
Wieder unten angekommen in Queenstown machten wir uns auf Souvenir Jagdt und schauten einem neunjährigen Mädchen zu, dass mit einer Stahlseiten-Gitarre und einem Pappschild Hotel California sang... Sie sammelte für ihren Hund oder so, aber der Gesang war echt unglaublich. :)
Am Abend wurden sämtliche Skydive Videos begutachtet und wir lachten uns tot über die unschönen Falten, die sich bei jedem bilden, wenn er gerade aus 12.000 Fuß aus einem Flugzeug springt, ohne Fallschirm für die ersten 45 Sekunden. :)
Am nächsten Tag war es Nevis-Time und wir waren alle mehr oder weniger nervös. Aber das lustige war, dass wir drei Mädels und drei Jungs waren, die Jungs aber immer weißer und stiller wurden, während wir fröhlich quatschten. Wir durften zuerst bei der Kawaru Bridge zugucken. Das ist die Original Bungy Site, also die erste der Welt. Man springt 45 Meter über einem echt wunderschönen Fluss. Wir haben ein paar wirklich lustigen Japanern zugeschaut, die wie eine Kugel sich herabrollten und dann spitz aufschrien, als es plötzlich in den freien Fall ging.
Endlich kam unser Bus und wir fuhren eine ziemliche ungesicherte Straße aufwärts einen Berg hoch. Es staubte und rumpelte gewaltig. Oben angekommen fragte der Busfahrer, wer von den geladenen Leuten denn den Nevis Arc Swing machen würde. Das ist nämlich direkt neben dem Bungy, ist aber eben eine Swing. Wir dachten, dass die gestandenen Kerle, die mit uns zum Teil im Bus saßen wohl auch den Bungy machen würden, es stellte sich aber heraus, dass wir die einzigen waren.
Dan kam also der Bungy selbst. Erst mal muss man in so einen Gurt steigen und ich vergaß kurz meine Nervosität. als ich erst die normalen Toiletten sah, die auf den Schildern jeweils einen Mann oder eine Frau (wie die halt auf diesen klassischen Toilettenschildern eben aussehen) kopfüber an einem Bungy Seil zeigten und dann das Behinderten Klo, was den klassischen grob gezeichneten Rollstuhlfahrer am Bungy Seil zeigte.
Dann fuhren wir mit einer kleinen Gondel an einem Drahtseil zum Bungy Häusschen, dass fast frei schwebend ca. 150 Meter über einer Schlucht hängt. Da wurde mir schon irgendwie gruselig...
Die meisten haben schon gehört wies war. Toll. Ich kann hier nicht die ganze Beschreibung reinstellen, es war einfach und schlichtweg bombastisch. Der Sprung mit 8 Sekunden freiem Fall hat sich angefühlt, als würde man Fliegen. Nur ich hatte wieder Probleme am Schluss. Man sagte mir, ich sollte beim zweiten Bouncer die rote Leine an meinem Bein ziehen, dadurch würde der Verschluss an meinen Füßen sich lösen, sodass ich sitztend rauf gezogen werden konnte, und nicht kopfüber hängend. Ich hatte keine Ahnung ob ich oben oder unten war, als ich bouncte also zog ich irgendwann das rote Ding und hatte es dann plötzlich in der Hand. Nur hing ich immer noch an den Füßen. Man kommt sich schon blöd vor, wenn man da so rumhängt, immer noch so dreißig Meter über dem Boden und verzweifelt an irgendwas zieht. Ich hatte Angst, dass ich irgendwas falsches ziehe und plötzlich nochmal freien Fall erlebe... Naja. Irgendwann schaffte ich es ja dann.
Wir waren am Abend alle in der Kücher versammelt und jeder erzählte jedem, was er oder sie gemacht hatte, einschließlich irgendwelche Franzosen, die uns mal Salz geliehen hatten. Wir saßen am Tisch und redeten in allen erdenklichen Sprachen bis es ziemlich spät war.
Es war am nächsten Tag schon wieder Zeit "Bye Bye Queenstown" zu sagen und wir fuhren weiter.
Unser nächster Stop war Puzzle World. Dort gibt es ein Labyrinth und jede Menge optische Täuschungen und Hologramme. Ich fands toll.
Leider verdrehte ich mir bei einem der Stops beim Auststeigen den Knöchel und lag halb unterdrückt schreiend, halb keuchend auf dem Asphalt. Es hat so richtig scheiß weh getan... Ergebnis? Zwei Tage nicht richtig laufen können. Wir kamen in Kaikoura an und ich hopste auf einem Bein durch die Gegend. Dort gab es aber einen Pool und ich ließ es mir dann doch nicht nehmen, einbeinig Wasservolleyball mit allen zu spielen. Die zwei Nächte in Kaikoura waren eher unschön. Aufgrund von schlechtem Wetter wurde das Dolphine Schwimmen gestrichen und wir saßen leicht frustriert herum. Ein Mal gingen wir zur Seal Kolonie, aber das war auch schon das Highlight. Wenigstens konnte mein Fuß halbwegs heilen.
Am nächsten Tag ging es schon wieder Richtung Picton und zur Fähre nach Wellington. Es windete unglaublich und wir waren erst mal verspätet... Dann der Seegang. Ist eher unschön bei mir. ich verbrachte vier Stunden draußen an der Rehling. Erst im T Shirt, aber als der Wind dann immer peitschender wurde fand mich irgendwer tropfnass und bibbernd und man brachte mir sämtliche Pullover der anderen Leute. Reingehen konnte ich ja nicht. Da übergab sich gerade die Hälft aller anderen Passagiere. Irgendwann kamen David und Tom, nun aufgrund meiner Pullover Stehlerei im T Shirt, heraus, führten komische Tänze auf und versuchten mich halbwegs auf zu muntern. Gott sei Dank überlebte ich und wir liefen am Abend in Wellington ein. Dann ging aber noch kurzer Hand David verloren, der während dem Aussteigen unbedingt zur Toilette wollte und dann nicht mehr zum Auto fand und schließlich verwirrt umher wandernd sich den Fußgängern anschloss und im Terminal landete.
Wir waren im gleichen Backpacker's wie auf dem Hinweg. Als ich aus dem Lift ausstieg stand plötzlich ein mittelalterlicher Herr mit Rastas und buntem T Shirt vor mir, verbreitete einen leicht süßlichen Duft und als ich zur Seite trat und "Sorry" sagte grinste er leicht glasig und meinte "Eh! Dont be sorry! Life is too beautiful to be sorry!" ERM! ;)
Eigentlich hätten wir den nächsten Morgen in Wellington gehabt, aber es stürmte so sehr, dass man sich wirklich (das ist keine Übertreibung) in den Wind legen konnte ohne um zu fallen. Wir fuhren also weiter, zu unserer letzten Accomondation. Es war ein Backpackers im National Park. Dort entschied ich mich dann abends kurzer Hand tot krank zu werden und kotzte mich durch die gesamte Nacht. Leider war das genau die Nacht in der wir uns ein Zimmer mit den unaustehlichen Tanten teilen mussten und in gewisser Weise freut es mich, dass ich sie alle zehn Minuten durch grässliches Würgen aufweckte... :)
Zuvor hatten wir noch Lord of the Rings in der Lounge geguckt und Sophia, die keinen der Filme gesehen hatte, sämtlichen Inhalt erzählt. :)
Am letzten Tag fuhren wir also wieder zurück nach Auckland und machten kurz bei den "Gollum Falls" halt. Dort wurden die Szenen aus Herr der Ringe 2 (glaube ich) gedreht, wo Frodo, Sam und Gollum auf Pharamir treffen und wo Gollum sein Lied mit dem "Heut auf den Tisch kommt heut ein Fisch, ..." singt.
Schließlich kamen wir wieder am Orewa College an und Lea's 24-jähriger (!) Gastvater brachte mich dann mit Sack und Pack nach Hause, weil es der Geburtstag meiner Gastmama war.
Puh. Also. Das war so im groben der Trip. Ich hoffe es ist genug...
Cheers Mateys!

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