Ich werde jetzt etwas kreuz und quer schreiben, ein paar Sachen sind vor dem Outdoor Camp geschehen, aber ich glaube ihr legt jetzt nicht sonderlich großen Wert auf chronologische Richtigkeit, oder? Eben. :)
Zunächst eine weitere Geschichte direkt vom Camp. Am Morgen nach der etwas unbequem Nacht unterhielt ich mich mit Brodie, wir waren beide völlig verpennt, hatten unseren Schlafsack noch um die Beine und guckten mit glasigen Augen unseren provisorischen Pancakes beim braten zu. Jedenfalls beschwert sich Brodie über seinen Mit-Zelter James, der anscheinend ein übler Schlaf-Redner und gleichzeitig ein überzeugter BMXer ist. Wie das zusammen hängt? Naja, es gibt eine ziemlich große Rivalität zwischen den Skatern und Bikern bei der nahegelegenen Halfpipe. Jedenfalls hatte James anscheinend während der gesamten Nacht böse herumgeschimpft und die Dinge gesagt wie: "Bikes! Fuckin' Skaters... fuckin Idiots... Bikes!" :D
Zweitens, es gibt eine neue Geschichte von Mr. Law meinem Englisch Lehrer! Jason und Sacha hatten beide ihre Hausaufgaben zum 4737493sten Mal nicht erledigt und sie wurden nach vorne geschickt. Ich schrieb währenddessen in meinem Heft herum und achtete nicht sonderlich auf die beiden, als ich den Kopf hob und zusehen konnte, wie Mr. Law gerade ein Seil um die beiden band und sie aneinander fesselte. So. Sie müssten nun so bleiben, bis sie die Hausaufgaben fertig hatten! :D Die beiden wankten etwas unkooridiniert zu ihren Plätzen neben mir und versuchten vergeblich sich hin zu setzen... Die Stunde war natürlich gelaufen. ;)
Und dann noch eine nette Anekdote vom Ball Dress Shopping. Chandree's mam hatte uns beide in die Stadt mitgenommen und fuhr uns herum. Chandree hatte alle Adressen von den Shops aufgeschrieben, zu denen sie wollte. Erstmal muss ich euch von der berüchtigten "K-Road" erzählen. Das ist Aucklands Reeperbahn. Außerdem heißt die natürlich nicht K-Road, sondern hat irgendeinen Maori Namen, wie die meisten Straßen hier, dieser ist aber viel zu lang und kompliziert, sodass jeder nur den Anfangsbuchstaben nennt, eben K. :D Außerdem suchten wir jedes Mal verzweifelt nach der richtigen Adresse und ich fühlte mich knapp sechs Jahre zurück versetzt, als ich mit meiner lieben Mutter durch Halifax irrte und nach "Mumfort Road" Ausschau hielt... Genauso ging es uns in Auckland.
Ja, so viel zum up catchen mit den neusten Events. Morgen ist ein "Teacher's only day", ich muss also nicht zur Schule. Nächstes Wochenende ist mein letztes offizielles Wochenende bevor meine Eltern kommen... Es sind also nur noch zwei Wochen Schule vor mir... Das ist wirklich wahnsinnig, wie schnell das ging.
Troy redet immer mehr davon, wie man mich kidnappen und hier behalten könnte und langsam beginne ich mich zu wundern, wie ich mich zuhause wieder einfinden werden kann...
Achja, apropos Troy, er bat uns vor ein paar Wochen für sein Media Assessment zu schauspielern. Er muss ein Musikvideo machen und wir sollten darin spielen... Das war wahnsinng lustig. Sean spielte die Hauptperson und die ganze Sache handelte von ihm, wie er auf einer Party seinen drink gespiked bekommt und dann so eine Art schizophrene Erfahrung durchmacht. Wir mussten ihn über die Straße jagen und er sollte für eine Szene kolabieren und übte das Hinfallen bis er sich fast das Handgelenk brach. :D Außerdem rannte er einmal ausversehen komplett ins Wasser, als wir nachts am Strand filmten und es zu dunkel war um irgendwas zu sehen.
Wir filmten ab und zu auf Troys Balkon, wenn er Sean aus der Vogelperspektive sehen wollte. Ich kam mit rauf um den Lichthalter zu spielen und sah den unglaublichen Ausblick den dieser junge Herr von seinem Balkon hat... Es war dunkel und man konnte über ganz Gulf Habour, Standmore Bay und Red Beach blicken. Links war gleich das mehr und ganz weit hinten sah man Auckland's Lichter blinken...
Ich habe erfahren, dass es hier wirkliche "Territorien" gibt. Nicht nur Auckland und Canterbury und so weiter, sondern unoffizielle Terrains. Wir sind teil der "Coast" und die "Coasters" gehören zu den, wie sie sich selber bezeichnen, nicht so drogenhantierenden und klügeren Leuten, die nicht ihre Zukunft weg werfen, wie zum Beispiel die Leute in South Auckland. Ah ja.
So. I have to go. Cheers
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